Fàilte – Welcome to Scotland  

Der zweiwöchige Aufenthalt am West Lothian College bot den teilnehmenden SchülerInnen und LehrerInnen einen gelungenen Einblick in das schottische Schulsystem und die Kultur des Landes. Außerdem konnten sie bei dem Unternehmen First Bus in Livingston  in der zweiten Woche ein Praktikum in ihrem Berufsfeld absolvieren.

 

Chan eil aon chànan gu leòr - one language is never enough! 

Ganz nach diesem Motto hat die Auswertung des gesamten Projektes, welches knapp ein halbes Jahr vorbereitet und im Anschluss an den Aufenthalt ausgewertet wurde, ergeben, dass

• die SchülerInnen ihr Selbstbewusstsein stärken konnten,

• sie sich auf Englisch in alltäglichen Situationen gut ausdrücken und zurechtfinden können,

• ihre beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten auch in einem fremden und fremdsprachlichen  Kontext anwenden können,

•die SchülerInnen zielstrebig ihre Ausbildung verfolgen,

•sich durchaus vorstellen können Teile ihrer Ausbildung und/oder ihres Studiums im (meist) englischsprachigen Ausland zu verbringen,

• die SchülerInnen es sehr positiv bewerten, dass der Auslandsaufenthalt durch den Europass Mobilität und einen Zeugnis-Vermerk anerkannt wird,

• dass das Projekt Einfluss auf die individuelle persönliche Entwicklung genommen hat.

Für uns am BTG war dieses das erste Erasmus+ Projekt. Die Ergebnisse und Rückmeldungen der SchülerInnen sind für uns eine hohe Motivation den Weg des internationalen Arbeitens und Austauschs weiter zu verfolgen und auszuweiten, denn nicht nur die SchülerInnen profitieren von Auslandserfahrungen. 

 

  • 1West Lothian College in Schottland
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Schottland-Aufenthalt aus  schulorganisatorischer Sicht

 Lehrer Jörg Schneider (Dipl. Wirtschaftsingenieur) hat sich am West Lothian College fortgebildet  durch Job Shadowing, Gespräche mit Kollegen, Organisatoren und externen Partnern, die den Übergang vom College in den Beruf begleiten.

Er berichtet, dass der Einstieg in die Bildungsgänge in Schottland anhand von Kompetenztests erfolgt. Jemand, der bereits Vorkenntnisse hat, kann demnach in einen weiterführenden Kurs einsteigen und muss nicht „bei  Null anfangen“. Im Übrigen entsprechen die beiden letzten Jahre am College den Einstiegsjahren im jeweiligen Fach an der Universität, sodass ein hohes Maß an Durchlässigkeit erreicht wird.

Auch die Organisationstruktur ist eine andere. Während in unserem System am Berufskolleg Aufgaben durch die Schulleitung und Lehrende übernommen werden,  gibt es in Schottland das Schulmanagement, welches sich um die Organisation, Soziales, Beratung und Betreuung und Projekte kümmert.

 

Lehrerin Heidi Blessenohl lobt die Zusammenarbeit mit sozialen Organisatonen:

Bemerkenswert sind auch andere Kooperationen mit außerschulischen Partnern, die der Unterstützung benachteiligter oder gefährdeter SchülerInnen dienen. So etwa die Zusammenarbeit mit dem Children’s Panel der schottischen Regierung.  Jugendlichen, die z. B. mit dem Gesetz in Konflikt geraten  oder durch psychische Probleme aufgefallen sind, wird eine Art Ausbildungspate an die Seite gestellt, der sie durch die Schullaufbahn begleitet - solange dies nötig ist.  Das West-Lothian-College bildet in Abstimmung mit dem Children’s Panel  diese Unterstützer aus. Zu diesem Zweck unterhält es eine Reihe von Außenstellen über ganz Schottland verteilt.  

Lehrerin Heidi Blessenohl  ist begeistert von dieser Kooperation mit dem Children´s Panel: „Ich hatte die Gelegenheit, bei einem Gespräch mit der Regierungsvertreterin dabei zu sein. Erstaunt hat mich der engagierte persönliche Kontakt zwischen dieser Mitarbeiterin und den Beauftragten des College. Es finden regelmäßig Evaluationsgespräche statt, in denen auch abgeklärt wird, ob einzelne Jugendliche in einer besonders schwierigen Situation oder auch das College für seine Arbeit weitergehende Unterstützung brauchen, z.B. hinsichtlich Personal, Material oder der Finanzierung anderer Notwendigkeiten. Dass auch über einzelne SchülerInnen namentlich beraten werden konnte, zeigte mir, dass die zahlenmäßige Größenordnung von gefährdeten Jugendlichen in ganz Schottland sich doch stark von der in NRW unterscheidet.

Ein weiteres Projekt ist der „Funny Friday“. Jugendliche einer Einrichtung für geistig behinderte Menschen bereiten freitags mit dem Küchenchef der Hauswirtschaftsabteilung im Restaurant ein Buffet , übernehmen mit Unterstützung auch den Service und die Abrechnung. „ Es war schön zu sehen, wie sie an dieser Aufgabe wachsen und wie stolz sie sind.“  

Lehrer Christof Stracke: 

"Die Zusammenarbeit der Schüler zu beobachten machte riesigen Spaß. Auch unsere Teilnehmer sind untereinander sehr gut  zusammengewachsen Über den Auslandaufenthalt am West Lothaian Colleg äußerten sie sich durchweg positiv."

 

Wünsche an zukünftige Aufenthalte

Für die meisten unserer SchülerInnen war dies die erste Gelegenheit eine andere Kultur kennen zu lernen. Allein diese Horizont-Erweiterung war für sie schon bereichernd. Im Hinblick auf die Planung zukünftiger Unternehmungen haben sie allerdings angeregt, während der College-Woche den Fokus stärker auf die Begegnung mit den schottischen Jugendlichen zu richten als auf das Hospitieren in möglichst vielen Unterrichtsfächern. Das Begleiten einer konkreten Klasse, in der ein schottischer Schüler  einer deutschen Schülerin bzw. einem  deutschen Schüler als Mentor direkt zugeordnet ist , ermöglicht sicher einen tieferen Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt des jeweiligen Partners.

Wir waren in einem  Hotel ohne Gastronomie untergebracht. Um Erfahrungen auszutauschen, Erlebtes zu verarbeiten und Absprachen zu treffen, ist aber mindestens eine gemeinsame Mahlzeit am Tag wünschenswert. 

 Beim Gegenbesuch werden wir bereits versuchen diese Gesichtspunkte  zu berücksichtigen.

 

Mögliche Folgerungen für Unterricht des BTG

„ Wir können  viel voneinander lernen“, berichtet Jörg Schneider. „ Und das nicht nur auf organisatorischer Ebene. In Livingston gibt es sehr viele Maßnahmen, mit denen Schüler in die Berufswelt begleitet werden.“ 

Die Ergebnisse des Projektes werden in die Arbeit der teilnehmenden Bildungsgänge eingebracht. Wir möchten sowohl an der Motivation, der Begleitung der Schüler bis zum erfolgreichen Schulabschluss als auch an der Unterstützung zum Einstieg in das Berufsleben auf europäischer Ebene verstärkt arbeiten. 

 

Text: Heidi Blessenohl, Anja Kirch (Projektleitung), Jörg Schneider

Fotos: Karim Ouali

Artikel auf die Homepage gesetzt durch S. Jeske, BTG, 04.12.2015

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