Es sieht spielerisch aus – steckt aber voller Technik, die elektronisch gesteuert wird. In ihrem  Projekt der Techniker-Abendschule Fachrichtung Elektrotechnik wollen Marcel Körner, Fouad Kollich  und Holger Seidel  anschaulich machen, wie Steuerungstechnik funktioniert. Sie zapfen ihre Getränke automatisch.  

 

 Dies geschieht, indem eine LGB-Lok per Schalthebel sensorgesteuert  beschleunigt, bremst und rückwärts fährt unter den Füllstutzen einer Füllanlage. Die drei schenkten dem Berufskolleg für Technik und Gestaltung das Modell für Schulungen und Vorführungen, z.B. an den Info-Tagen.  Die WAZ Gelsenkirchen berichtete am 12.10.2015 darüber. Hier der Link zum Presse-Artikel: http://www.btg-ge.de/index.php/schulleben/presse/563-projekt-fachschule-elektrotechnik-2015

Liquifanten

Der Stutzen senkt sich sensorgesteuert in das leere Glas ab und beginnt den Füll-Vorgang. Wie merkt er, dass das Glas gefüllt ist? Am Füllstutzen befinden sich Kontaktdrähte als Überfüllsicherung. Bei Kontakt mit Flüssigkeit fließt ein Strom und ein angeschlossener Trennverstärker meldet dies der SPS (Speicher programmierbare Steuerungstechnik. Diese fährt den Füllstutzen hoch und beendet so den Füllvorgang. In der Industrie nennt man ähnlich konstruierte Füllüberwachungen für Flüssigkeiten Liquifanten – offensichtlich erinnert der Vorgang an das Ein- und Auftauchen eines Elefantenrüssels in einen Behälter. 

 

Programmierung des Transportweges

Zunächst beschleunigt die Eisenbahn mit Hilfe von Lichtsensoren, fährt also vorwärts bis an das Ende der Eisenbahnstrecke, wo sie durch einen Induktiven Sensor abgebremst wird. Anschließend erfolgt der Füllvorgang in langsamer Rückwärtsfahrt – natürlich automatisch gesteuert. Auf dem Anhänger der LGB-Lok befinden sich hintereinander drei Gläser. Beim Rückwärtsfahren wird zunächst das letzte Glas gefüllt, danach weiter rückwärts gefahren zum zweiten und der Füllvorgang beginnt erneut. Der Vorgang wiederholt sich, bis auch das dritte Glas komplett ist. Zum Schluss fährt die Bahn im Rückwärtsgang an ihren Ausgangspunkt. Wie von Geisterhand werden diese Abläufe von mehreren verschiedenen Sensoren automatisch überwacht. 

 

 

Lieber Softdrinks als Bier

Die drei Abendschüler der Fachschule Elektrotechnik am Berufskolleg für Technik und Gestaltung Gelsenkirchen haben offensichtlich Spaß und Ernst vermischt. Eisenbahnromantik verbindet sich mit Fußball-Leidenschaft, denn die Idee stammte aus einem Werbevideo eines Bezahl-Senders für einen Fußballverein. Unteranderem trägt der LGB-Bahn-Anhänger den Aufdruck Schalke. In den Flüssigkeitsbehälter kann man alle möglichen Getränke einfüllen. Biergenuss wird eher Theorie sein, da die Flüssigkeit sehr langsam hineinfällt – mit der normalen Erd-Anziehungskraft. Denn die Kohlensäurepatrone fehlt, die bei einem Bier-Fass üblicherweise verwendet wird.

Eine neue Projektgruppe könnte dies zum Beispiel als Optimierungsidee aufgreifen. Offensichtlich ging es bei dem Projekt nicht um Biergenuss, sondern um die Simulation einer automatischen Transport- und Füllanlage, wie sie in der Industrie Anwendung findet. Besonders wichtig ist daher auch bei einer Störung die Not-Ausschaltung, die das Team innerhalb der Projektzeit realisieren konnte. 

 

Alle drei Fachschüler sind voll berufstätig und drücken an drei Abenden pro Woche vier Jahre freiwillig die Schulbank, um danach beruflich aufsteigen zu können. Marcel Körner (36 J.) absolvierte den Ausbildungsberuf Energieelektroniker Betriebstechnik und arbeitet bei AIR LIQUIDE Deutschland GmbH.  Fouad Kollich, 36 Jahre alt, hat seine Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik abgeschlossen  bei der ehemaligen Degussa AG in Marl, welche jetzt EVONIK Industries AG heißt und bei der er noch immer beschäftigt ist. Die Fortbildung zum Staatlich geprüften Techniker ist als Aufstiegsfortbildung geplant, wenn möglich bei EVONIK. Auch Holger Seidel     (35 J.) hat eine Ausbildung zum Energieelektroniker Bereich Betriebstechnik abgeschlossen. Er arbeitet bei der SAG GmbH in Oberhausen als Systemtechniker in der Hochspannungstechnik für den Kraftwerksbereich. 

 

Wir danken den drei Fachschülern  für dieses anschauliche Modell und werden es gern bei Info-Tagen des BTG vorführen.

 

S. Jeske, BTG 04.09.2015

Fotos: Projektgruppe

 

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