Parken - ein Thema für ein technisches Projekt? Optimieren kann man Einparksituationen auf jeden Fall nach Ansicht einer Projektgruppe an der Fachschule für Elektrotechnik. Die Studierenden Mike Jeschmund, Claudio De Manna, Sascha Peters und Tobias Steinberg nutzten Siemens-Automatisierungstechnik für ein Parkhaus-Modell. 

 

Parkplätze in der City sind knapp. – Wer kennt es nicht? Das Parkhaus zeigt an „noch 20 freie Plätze“. Kurvt man aber durch die verschiedenen Parkhaus-Etagen, ist alles zugeparkt, weil auf dem knappen Parkraum zu großzügig eingeparkt wurde. Oder man hat in der Seitentür eine Macke im Lack, weil der Nachbar beim Aussteigen unachtsam war.  Unsere Parkhäuser stammen aus Zeiten, in denen die Autos schmaler waren als heute. Ältere Fahrer möchten sich außerdem nicht als Schlangenmenschen aus dem Auto winden, wenn es zu wenig Platz zum Aussteigen gibt. 

 

Die Studierenden des dritten Semesters an der Fachschule für Elektrotechnik am Berufskolleg für Technik und Gestaltung haben diese Probleme erkannt und entwarfen daher ein neuartiges Parkhaus.   Es sieht aus wie ein Spielzeug – ist aber ein Modell für automatisches und damit platzsparendes Einparken. Im Rahmen ihres Semesterprojektes  nutzte die Projektgruppe Mike Jeschmund, Claudio De Manna, Sascha Peters und Tobias Steinberg ihre Kenntnisse in der Steuerungstechnik. Eingesetzt wurden technische Module der Siemens SPS S7 300, ein Multipanel HMI sowie Schrittmotoren von Nanotec.

 

 

Von links nach rechts: Mike Jeschmund, Tobias Steinberg, Claudio De Manna 

 

Parkhausbelegung

Ob das Parkhaus voll ist oder noch freie Plätze hat, kann ebenfalls vom System angezeigt werden.

Die Fahrzeuge werden vom Fahrer an einem zentralen Aufgabepunkt vor dem Parkhaus zum Einlagern abgestellt. Sobald er das Fahrzeug abgestellt hat, wird vom Fahrer am Eingabepunkt ein vierstelliger Code eingegeben. Diesen Nummern-Code erhält er zum Beispiel an dem Abstellpunkt. Die Nummer hat die Funktion eines Parkscheins. Das Fahrzeug ist damit zum Einlagern freigegeben, derselbe Code wird wieder benötigt, wenn der Fahrer das Fahrzeug abholen will und es automatisch ausgeparkt werden soll. Die Abrechnung erfolgt minutengenau. Die Fahrzeuge werden  zeit- und platzoptimiert eingelagert. Nach Eingabe des Codes wird das Fahrzeug  zum Abholpunkt gebracht und die zu entrichtende Gebühr wird auf dem Display dargestellt.  Wenn der Fahrer die Gebühr bezahlt hat, kann er mit dem Auto das Parkhausgelände verlassen. 

 

Sascha Peters präsentiert das Projekt – abgebildet ist die Einschubvorrichtung mit Transportwinkeln

 

 

Was geschieht der Reihe nach bei diesem Einparkvorgang?

Die Meldeleuchte Grün zeigt an „Das Parkhaus ist bereit“. Das einzuparkende Fahrzeug wird in der markierten Wartezone abgestellt. Die Anlage erkennt über eine Lichtschranke das wartende Fahrzeug.   Der Fahrer wählt auf einem Display den Button „Einparken“ und die Benutzeroberfläche wechselt in die Einparkmaske. Nach dem Betätigen der Schaltfläche „Einparken“ holt das Portal vollautomatisch den nächsten freien Transportwinkel aus dem Parkhaus, schiebt ihn unter das Fahrzeug und zeigt während des Transportvorgangs ein  gelbes Dauerlicht an. Sobald das Parkhaus zur Einfahrt des Transportwinkels bereit ist, wird das durch grün-gelbes Blinken signalisiert. Nun wird das Fahrzeug auf der Transportplattform abgestellt und verlassen. Am Terminal wird gefragt, ob das Fahrzeug zum Einparken bereit ist? Durch die Bestätigung wird das Fahrzeug eingelagert und zeigt dieses durch gelbes Dauerlicht an.   Der Benutzer wird aufgefordert einen vierstelligen Code zwischen 1000 und 9999 einzugeben. Wenn das Fahrzeug korrekt abgestellt ist, wird die Einparkschaltfläche grün.   

 

Ausparken

Der Benutzer betätigt am Display die Schaltfläche „Ausparken“.  Nun wird er aufgefordert seinen vierstelligen Code zwischen 1000 und 9999 einzugeben.  Ist der Code falsch, erscheint die Meldung “Dieser Code passt zu keinem der eingelagerten Fahrzeuge“. Ist der Code richtig, wird das durch blaues Dauerlicht signalisiert  und das System ist mit dem Ausparken beschäftigt. Des Weiteren wird am Display der Text „Code richtig -  Auto wird geholt“ ausgegeben.  

Sobald die Meldeleuchte blau-grün blinkt, darf das Auto vom Fahrer aus der Wartezone ausgefahren werden bis in die Abrechnungs-Fläche. Über eine Lichtschranke erkennt das Parkhaus, dass das Fahrzeug ausgefahren wurde und gibt am Display  die Park-Gebühr aus.  Nach dem Bezahlen darf der Fahrer das Parkhausgelände verlassen.

 

Zur Projektgruppe

Die Studierenden der Fachschule für Elektrotechnik haben als Ziel den Abschluss Staatlich geprüfte/r Techniker/in für Elektrotechnik. In vierjährigem Abendunterricht an drei Tagen pro Woche büffeln sie zusätzlich zu ihrem Job. Der Abschluss ist gemäß dem Europäischen Referenzrahmen als Bildungsniveau 6 anerkannt – also gleichwertig einem Bachelor an Hochschulen. 

Mike Jeschmund ist beschäftigt bei der Kardex AG Neuburg, die für dynamische Lagersysteme bekannt ist. Tobias Steinberg arbeitet bei der Siemens AG  (Abteilung Automatisierungs- und Prozessleittechnik in Essen). Sascha Peters ist Technischer Leiter bei der Westfleisch Erkenschwick GmbH. Seine Firma unterstützte die Projektgruppe mit Materialien. In den Räumen der Oberhausener Firma Spie SAG GmbH fanden die Treffen der Projektgruppe statt. Dort ist Claudio de Manna angestellt. Seine Firma baut unter anderem Umspannanlagen. 

 

Fotos: Projektgruppe und S. Jeske

Text auf die Homepage gestellt von S. Jeske, 18.03.2018

 

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